Aktive Erholung: Warum ein Abend auf der Couch dich nicht auflädt
- Verena Hoffmann
- 29. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Du hast der Couch einen ganzen Abend geschenkt und wachst genauso müde auf wie vorher. Die Serie, das Wegnicken, früh ins Bett, und trotzdem nichts leichter. Wenn Ruhe dich eigentlich auffüllen soll, warum lässt zu viel davon dich trotzdem erschöpft zurück? Was fehlt, ist aktive Erholung.
Das meiste, was wir Erholung nennen, ist passiv. Und passives Ruhen bringt dein Nervensystem nicht wirklich runter. Es legt nur einen Schleier über die Tatsache, dass es noch läuft.
Hier kommt der Unterschied zwischen beidem, und ein einfacher Weg, so zu auszuruhen, dass du dich danach wirklich wieder fit fühlst.
Was aktive Erholung ist (und warum die Couch nicht dazuzählt)
Passives Ruhen ist das Wegsacken. Du versinkst im Sofa, der Bildschirm hält deine Aufmerksamkeit, und du bleibst liegen. Von außen sieht das nach Erholung aus. Innen bleibt dein System in leichter Daueraktivierung. Du landest bei wired and tired gleichzeitig.
Aktive Erholung funktioniert anders. Sie gibt deinem Körper ein Signal, dass der Tag vorbei ist, meistens über sanfte Bewegung. Erst dann kann dein Nervensystem runterregulieren und der Stresszyklus zu enden. Kein Workout, sondern ein bisschen Bewegung mitten in der Ruhe, genug, um deinem Körper zu sagen, dass er abschalten darf.

Warum passives Ruhen dich müder macht
Wenn du komplett stillliegst und dabei ständig Input bekommst, hat dein Körper keinen Hinweis darauf, dass sich etwas geändert hat. Der Tag ist zwar vorbei, aber niemand hat das deinem System gesagt. Also scannt es weiter, hält weiter ein bisschen Spannung, lässt dich auf Standby.
Bewegung ist eines der klarsten Aus-Signale, die es gibt. Ein Strecken, ein Rollen, ein langes Ausatmen. Das entlädt die übrig gebliebene Aktivierung und lässt den parasympathischen Anteil übernehmen. Ohne dieses Signal kannst du stundenlang liegen und stehst genauso unerholt wieder auf.
Einfache aktive Erholung auf dem Boden
Tausch heute Abend das Sofa gegen den Boden. In den Boden kannst du nicht verschwinden, also verlagerst du automatisch immer wieder dein Gewicht und suchst neue Positionen. Genau darum geht es.
Leg dich auf den Rücken. Streck den rechten Arm über die Brust und reich so weit, bis dein Oberkörper vom Boden abhebt, dann lass dich auf den Bauch fallen. Reich mit demselben Arm nach hinten, bis der Oberkörper wieder abhebt, und roll zurück. Mach die andere Seite, nimm das Bein dazu, wenn du magst, vier bis fünf Mal pro Seite. Dann komm auf den Bauch, Hände unter den Schultern, Ellbogen nah an den Rippen, und drück den Boden weg, um die Brust ein paar Mal ganz langsam zu heben. Zum Schluss bleib einfach liegen, atme lang, und lass dich vom Boden halten.
Du kannst deine Serie auch da unten schauen. Same Netflix, anderer Untergrund, und ein Körper, der sich bewegen darf, während er ruht.
Dich nach dem Ruhen müde zu fühlen ist kein persönliches Versagen. Das ist ein Nervensystem, das nie das Signal bekommen hat, runterzukommen. Wenn deine Abende dich nie wirklich aufladen und du in der wired-and-tired-Schleife feststeckst, ist genau das die Ebene, an der wir zusammen arbeiten.
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