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Absichtlich außer Atem: Wie du deinen Lufthunger trainierst

4. Sept.
3 Min. Lesezeit

Wenn sich vor einem großen Moment deine Brust zusammenzieht und dein Atem schnell und flach wird, fühlt es sich an, als ginge dir die Puste aus. Tut sie meistens nicht. Dieses atemlose, panische Ziehen ist Lufthunger, und mit Sauerstoffmangel hat es fast nie zu tun. Zu verstehen, was diese "Atemnot" wirklich auslöst, und deine Toleranz dafür easy zu trainieren, ist eine der einfachsten Formen von Selbstregulation. Und einer der schnellsten Wege, dich unter Stress nicht mehr so leicht aus der Ruhe bringen zu lassen.


Verena in der Sonne mit Peace Fingern

Was Lufthunger wirklich ist

Lufthunger läuft über Kohlendioxid. Deinen Sauerstoff verfolgt dein Körper von Minute zu Minute kaum, dein CO2 Wert dagegen beobachtet er ununterbrochen. Dein innerer Rauchmelder, die Chemorezeptoren: Sie fangen einen kleinen Anstieg im CO2 ab und senden einen dringenden Impuls zu atmen. Aufgedreht ist dieser Impuls der Lufthunger, das unwillkürliche Ziehen, die enge Brust, das Gefühl, du brauchst jetzt sofort mehr Luft. Schnappatmung. Deine Atemfrequenz wird über deinen CO2-Wert gesteuert.

Der unlogische Teil: Menschen, die schnell in Panik geraten, atmen oft zu viel, bekannt als Hyperventilation. Das hält das CO2 niedrig, und ein Nervensystem, das an wenig CO2 gewöhnt ist, schlägt schon beim kleinsten Anstieg Alarm. Eine Untersuchung im Journal of Anxiety Disorders hat gezeigt, dass Menschen mit einer Neigung zu Panikattacken chronisch niedrige Kohlendioxid-Werte haben. Weniger CO2-Toleranz heißt: Der Alarm geht früher los, und er ist lauter. Deshalb sagt man Leuten bei einer Panikattacke auch, sie sollen in eine Papiertüte atmen. Das bringt ihr CO2 wieder hoch und stellt den Alarm aus.


Wie du deine Lufthunger-Toleranz trainierst

Du brauchst nicht mehr Luft. Du musst dich mit ein bisschen weniger wohlfühlen können, absichtlich, damit der erste Impuls zu atmen aufhört, sich wie Panik anzufühlen. Eine sanfte Breathwork-Übung: Setz dich hin und atme normal durch die Nase. Nach einem normalen Ausatmen hältst du dir die Nase zu und wartest, bis der erste klare Impuls zu atmen kommt, dieses kleine Ziehen im Hals oder die Kontraktion im Bauch, nicht die Panik. Loslassen, normal weiteratmen, ein paar Atemzüge Pause. Drei- oder viermal wiederholen, ein paar Minuten am Tag, wenn du ruhig bist und entspannt atmest. Halte nie so lange du kannst. Du bringst deinem Nervensystem bei, dass der erste Impuls eine Information ist und alles noch in Ordnung.

Sicherheit geht vor. Übe diese Atempausen nicht beim Autofahren, im Wasser, in der Schwangerschaft oder mit einer Herzerkrankung, und hör immer beim ersten Impuls auf, statt bis zum Schnappen weiterzumachen. Sanft und unspektakulär ist das, was daraus Selbstregulation macht.

Für deinen Fortschritt kannst du eine einfache Basislinie messen: Nach einem normalen Ausatmen stoppst du die Sekunden bis zu diesem ersten Impuls. Der Atemcoach Patrick McKeown nennt das den BOLT-Score. Nimm ihn als Selbstcheck und nicht als geprüften klinischen Messwert, wissenschaftlich ist er nicht stark validiert, aber du hast eine Zahl zum Draufschauen. Mit wachsender Toleranz steigt die Zahl, und der Abstand zwischen unangenehm und Panik wird größer.

Mach diesen Abstand größer, und du bleibst ruhiger im Stau, beim verspäteten Flug, im schwierigen Gespräch, im Raum voller Fremder. Wenn dein Körper aufhört, ein kleines inneres Signal als Krise zu behandeln, landet eine Menge ganz normaler Druck nicht mehr als Bedrohung. Geht dir die Luft aus? Oder die Toleranz für das Gefühl, welche zu brauchen?

Probier die Übung zwei Wochen lang und merk, wie anders dein Körper einem stressigen Moment begegnet. Nach zwei Wochen wird der Stau langweilig. Das Aufregendste, was ich dir versprechen kann.


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